Immer wieder Sonntags

Die Finger sind immer auf der Suche nach Sinn, aus dem Impuls heraus, das darf doch nicht alles sein, es muß doch irgendwas geben, eine Rettung, eine Lösung, eine Meinung, etwas, daß einem gleichzeitig auch noch Anerkennung spendet, das Herausschälen aus der Kruste der Anonymität, des Nicht-Existierens – natürlich wäre es auch gut für die anderen. Versteht sich.

 

Fernab

Rolladen locker heruntergelassen, überall in der Wohnung halbdunkel, draußen brüllt die Sonne, das T-Shirt klebt am Körper, die Adern versuchen verzweifelt Kühlung durch Weitung zu erreichen. Die Zeit steht still, schon seit langem, dieser Ort versiegelt, Zugangsberechtigung; der Kalender an der Wand geht nach. Vierstellige Postleitzahl. Klackernde Kiesel künden von der Ankunft, die schon Minuten zurückliegt. Tastende Annäherung, die Sportler halbblind, Fingerkuppen gleiten umsichtig an Nähten und Narben entlang, das Entbehrte nährt die Verzweiflung. Orange-braune Tapeten erröten sichtbar, während sich die Sonne wegduckt: das Atmen wird schwer und Forderungen formuliert. Neckend, kreisend, bis die Frequenzen brechen und die Waffen auf den Tisch gelegt werden, durchgeladen, entsichert. Pendelnd, taktend, das Mark der Situation aus dem Augenblick saugen, Wacholder und Muskat, Limette und Honig, den Basslauf rauf und runter spielen. Ohne Bünde. Draußen mahlen unablässig die Mühlen den Wind, das Surren der Rotoren, während Raupen das Anwesen in Besitz nehmen und mit der Zeit einspinnen. Unbeholfen verkeilen sich prall gefüllte Erwartungshaltungen und entladen sich genussorientiert. Kurzschlußreaktion. Dafür kommt kein Kundendienst auf, zumal die Sicherungen im Vorfeld überbrückt wurden.

Brandgeruch

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