Alles auf Anfang

Es ist immer wieder die gleiche Leier: gute Ideen, Möglichkeitsform, Pläne, Logistik und dann, sobald man erkennt, daß es möglich wäre oder aber spätestens nach dem ersten (oder gar zweiten) Versuchsballon, wird der Geistesblitz wieder in sein Kästchen gepackt und neben der Bundeslade irgendwo in der großen Lagerhalle der Area 51 verstaut.

Aber das Alter und das Altern sind unerbittlich und wenn jetzt irgendein junger Mensch stöhnt und denkt „jämmerlich, ich werde niemals so sein!“, dann rufe ich ihm zu: „Ja, einst war ich genauso wie du, nur ohne Internet!“. Und da die Zeit knapp wird und die Jahre schneller vergehen, als die Knochen knacken können, gilt es die Zeit zu nutzen.

Itzo, von daher habe ich mir vorgenommen mein altes Projekt der Comic Interviews wieder aufzunehmen und ihm Leben einzuhauchen. Die Planung sieht vor, Menschen anzufragen (berühmt oder nicht), ob sie meine Fragen vor laufender Smartphone-Kamera beantworten wollen und falls ja, diese Aufzeichnungen in einen Comic zu übertragen.

Vor ein paar Jahren (tempus fugit!) habe ich das bereits ausprobiert und die Ergebnisse waren recht ansehnlich. Und nun wurde ich freundlich an diese Idee erinnert und denke, daß sie eine schöne Beschäftigung für die Zeit außerhalb meines Brötchenjobs ist.

Darüberhinaus möchte ich dieses Vorhaben parallel auch in Schriftform hier auf diesem Blog dokumentieren. Würde mich freuen, wenn es jemanden interessierte.

Guten Gruß

mtk

(Die Kategorie heißt übrigens ‚interview‘, scheuen Sie sich nicht zu klicken.)

Darum Darum!

Bei der Mormonen Kirche am Kuhmühlenteich gab es ein Plakat und auf diesem stand:  „Warum Leben?“
Eine klebrige Formulierung, einzig geeignet einem ein in sich geschlossenes Weltbild einzutrichtern. Die korrekte Frage lautet: „Warum Sinn?“ und diese zwei harmlosen Worte machen jede ideologische Bauernfängerei zunichte. Noch besser wäre ja „Warum Warum?“, aber das hätte ja wieder niemand verstanden.

Verweigerung

Der kindliche Affe schlägt voller Vergnügen auf die Tastatur ein und die Worte purzeln auf den Bildschirm, der Cursor rennt um sein Leben, kontinuierliches Speichern als Bedeutungssimulator; rote Kringel verraten das Wirken der Rechtschreibkorrektur, bisweilen mit Hang zur unverlangten Kreativität. Alles mit Netz und doppeltem Boden, denn es entstehen selbsttätig dezentrale Sicherheitskopien in Rechenzentren hinter den sieben Bergen. Jedoch, es gibt nichts zu berichten, die Inhalte sind leer, auch wenn die Sehnsucht der der Seefrauen gleicht, die jeden Tag aufs Meer hinausschauen und auf die Rückkehr der Seemänner hoffen, Kerzen in der Kirche aufstellend. Heilige Jungfrau, bitte für uns! Dank Zehn-Finger Tastschreiben können ihre Gedanken schneller in die Software eingebracht werden, der Befindlichkeitsfilter bewahrt vor langweiligen Krankenakten – kein Krebs, keine Depression, bitte gehen Sie weiter, das hier ist für Fortgeschrittene. „Das Altern ist nichts für Feiglinge.“, äußern freundliche Senioren in beiger Einheitskluft ohne Rücksicht. Bewegungen im Unreinraum; die Knochen gleiten aus Händen und Handlungsempfehlungen werden aus ihnen herausgelesen, die willentlich nicht befolgt werden oder die jenseits der Möglichkeiten, bei den sieben Zwergen, liegen. Aber Wiederholung erzeugt Sicherheit, der Rosenkranz funktioniert prächtig und bald sorge auch ich mich um die Rente. Was bleibt? Vielleicht der Dienst, das getreue Arbeiten jenseits des Rechthabens?