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Jetzt, nachdem das Laptop einmal durch die Waschstraße gegangen ist, ist das Leben viel schöner!

Der purpurne Mülleimer – Anoraks erster Fall – Teil 6

Die rechte Hand spürte ganz klar einen Widerstand, aber er versuchte weiter am Griff zu drehen. Der Bordcomputer stöhnte auf. „Oh Gott, ich habe es dir doch schon mal gesagt – schneller als schnell geht nicht. Wir fahren schon mit Höchstgeschwindigkeit!“ Davon unbeirrt drehte die Hand weiter und der Bordcomputer stöhnte wieder nur. Er musste seinem Ross die Sporen geben und vor der Zeit davoneilen. Es war halt nur irre schwierig, während der Fahrt den Tankdeckel zu öffnen und die Sporen aus dem Erlenmeyerkolben in die Öffnung zu gießen. Wenn ich nicht pünktlich bin, dann verpasse ich die Fähre und die nächste kommt erst wieder in dreizehneinhalb Jahren, dachte Salomon, während die Wälder von Graustanmori an ihm vorbeiflogen, die gar nicht grau sondern alle möglichen Farben aufwiesen. Das war auch der Grund dafür, daß einige Leute, die ab und an einen gepflegten Joint zu schätzen wussten, sich hier einfanden, bevor sie anfingen zu qualmen. Auch die Zwitschermann Brothers haben das so gemacht. Besonders, wenn ihre alleinerziehende Mutter wieder die schlimmen Geschichten von den verschiedenen Vätern der Brüder zum Besten gegeben hatte. Aber soviel konnten sie damals gar nicht rauchen, wie es notwendig gewesen wäre, ihre schändlichen Väter zu vergessen. „Schau nicht in den Wald, du Depp, sondern auf die Straße!“, blökte der Bordcomputer. Der Motorradpilot verzog sein Gesicht, wußte jedoch, daß das Elektronengehirn recht hatte – Augen auf im Straßenverkehr! – aber bei der nächsten Inspektion würde er eine freundliche, weibliche Stimme einbauen lassen. Nie wieder die Standardstimme, die unfreundlich und blechernd einhernörgelte. „Hör zu Bordcomputer, ich brauche jetzt mal kurz meine beiden Hände. Würdest du bitte für einen kleinen Zeitraum die Steuerung des Motorrads übernehmen? Die Straße geht ja immer geradeaus, sollte also kein Problem sein, oder?“ „Du weißt, dass deine Versicherungsprämie steigt, wenn du während Höchstgeschwindigkeit auf Autopilot wechselst, oder?“, gab der Computer schnippisch zurück. „Mach‘ es einfach!“ Mit einem deutlichen Beep und dem Aufleuchten einer Anzeige im Cockpit übernahm der Bordcomputer die Steuerung.

Jetzt konnte Salomon endlich in seiner Jacke nach dem Kolben mit den Sporen suchen, den Korken mit den Zähnen herausziehen und in den mittlerweile geöffneten Tank hineingießen. Die Sporen schwammen in einer Flüssigkeit, die einer Erbsensuppe nicht unähnlich war und auch ziemlich danach roch. Eigentlich fehlten nur noch die Würstchen und man hätte sich einen Teller und einen Löffel dazu gewünscht. Schnell den Deckel zuschrauben und wieder die Kontrolle übernehmen, bevor der Bordcomputer irgendwoanders hinfährt. Salomon umschloß die Griffe fester und erwartete den Schub der Sporen.
Ob es wirklich so eine gute Idee war, die Sporen an der Tankstelle mitgehen zu lassen, dachte Salomon. Aber ohne wäre er nie und nimmer in der Lage, pünklich zur Fähre zu kommen, die ihn zu seinem Ziel bringen sollte. Und was konnte er dafür, daß seine Kreditkarte gesperrt war? Die Bank hätte ihm eigentlich schon vor Jahren einen höheren Kreditrahmen einräumen sollen. Scheiß Kapitalisten!

„Wenn wir so weiterrasen, dann leidet die Stabilität des Fahrzeugs! Wir überschreiten die zulässige Höchstgeschwindigkeit um ein Mehrfaches und ich bin gezwungen die Behörden zu verständigen, falls wir nicht in den nächsten 30 Sekunden zurück auf Normalgeschwindigkeit gehen!“ Der Bordcomputer klang ein wenig überheblich bei der Übermittlung dieser Nachricht. Salomon schaute auf die Uhr und fing an zu rechnen. Bei Beibehaltung dieser Geschwindigkeit käme er gerade so an, daß er es aufs Schiff schaffte. Natürlich müßte er sein Motorrad mitsamt Bordcomputer unabgeschlossen stehen lassen, aber wahrscheinlich fährt die beleidigte Leberwurst ohnehin direkt zur nächsten Polizeiwolke um ihn anzuschwärzen. Aber brauchte er 45 Sekunden ungebremsten Schub. Während die Bäume so schnell an ihm vorbeizogen, daß er den Eindruck hatte, er sei mit Regenbogen-Magen-Darm geschlagen, dachte er nach. Woher nehme ich die verdammten 15 Sekunden, ging es durch seinen Integralhelm mit aufgeklebtem Elchgeweih. Salomon reagierte blitzschnell und klinkte die beiden schweren Seitenkoffer aus. Es gab einen höllischen Aufprall, ein mehrfaches Scheppern und er konnte sich vorstellen, wie seine druckkomprimierten Habseligkeiten auseinanderflogen und sich Bücher, Unterhosen, das Zelt, die Multifunktionsäxte und all die anderen liebgewonnenen Gegenstände hinter ihm in eine riesige Wolke von nutzlosen Konsumgütern verwandelten. Er wollte (und konnte, jedenfalls nicht bei dieser Geschwindigkeit) nicht nach hinten sehen und dem Kram nachweinen, aber der Gewichtsverlust brachte wieder ein paar km/h mehr ein, gerade soviel, daß der Abbremsvorgang des dämlichen Bordcomputers ihn nicht um seine Passage bringen würde.

Salomon schaute von der Reling auf sein Gefährt, das leise vor sich hin qualmend am Pier auf und ab fuhr und über den Bordcomputer belehrende juristische Hinweise an ihn richtete. Wie vorhergesagt fuhr das Motorrad dann endlich selbstständig nach Hause oder sonstwohin, aber Salomon war schon außerhalb des Hafens und er fühlte sich sicher auf dem Schiff. Wenn sein Plan aufging und er erfolgreich wäre, dann wäre er der neue Besitzer des purpurnen Mülleimers und hätte folglich auch nichts mehr zu fürchten. Er begab sich auf das oberste Deck, setzte sich neben ein paar Touristen aus dem Jammertal (das Jammertal lag 150km südlich des Waldes von Graustanmori und die Fahrt mit dem Schiff nach Söndholm war eine beliebte Tagestour für viele Jammertaler, die sich keinen Fernurlaub oder einen Besuch im Freizeitpark von Malrec leisten konnten, obwohl die Preise für den Park nach dem schlimmen Unfall mit der Geisterachterloopingwasserkatapultraupe ehrheblich gesenkt worden waren), steckte sich eine Zigarette in den Mund und an und holte schließlich ein Blatt kariertes Collegeblockpapier aus seiner linken Brusttasche hervor. Bevor er es entfaltete, schaute er sich noch ein paar Mal verschwörerisch nach Links und Rechts um. Nicht weil da wirklich irgendwelche Verfolger sein hätten können (er hatte eigentlich alle umgebracht), aber Salomon tat es, weil er es so oft in den Filmen gesehen hatte. Im Kino. Das war dann immer der spannende Teil und die Musik wurde dramatisch. Er beugte sich vor und studierte zufrieden das Papier. Da stand die Methode, wie er den Mülleimer aus der Zeitfalle befreien und sicher in seinen Besitz bringen konnte. Easy. Super leicht, wenn man es einmal wußte. Er zerknüllte das Papier, steckte es sich in den Mund und kaute ein paar Mal darauf rum und schluckte.

Er versuchte es jedenfalls.

Es hing in seinem Rachen fest. Panisch sprang er auf, beugte sich nach vorne, würgte, die Jammertaler rückten von ihm ab, er lief langsam rot an, gestikulierte wild in die Richtung der Mitreisenden, bekam einfach keine Luft, ging in die Knie, Tränen schossen ihm in die Augen, er stützte sich mit den Armen auf, ein leichtes Kribbeln durchzog langsam seinen Körper, dann sah er ein paar Füße in durchsichtigen Sandalen vor sich, irgendwer riß ihn hoch, legte die Arme um ihn und hob ihn immer wieder ruckartig an. Dann endlich verließ eine ziemlich nasse Papierkugel im hohen Bogen seinen Mund und Salomon zog gierig Luft ein. Es dauerte ein paar Minuten, bis er wieder wußte wo und wer er war. Der erste klare Gedanke war, daß er beim nächsten Mal die super geheimen Dokumente eher verbrennt, als sie zu essen. Jetzt endlich schaute er sich um, damit er sich bei seinem Retter oder Retterin bedanken konnte, aber er fand niemanden vor und auch die Fußkontrolle der Anwesenden auf dem Deck ließen ihn niemanden mit durchsichtigen Sandalen entdecken. Alles was er sah, waren die ausdruckslosen Jammertal-Fressen.

Der purpurne Mülleimer – Anoraks erster Fall – Teil 5

Der Flug verlief ziemlich reibungslos, immerhin komme ich mit meinem Teppich nie in den Feierabendverkehr. Es ist zwar ein alter Perser und könnte bestimmt auch mal gereinigt und generalüberholt werden, aber er brachte mich immer zuverlässig von A nach B. Ich verstaute meine Ausrüstung und rollte mein Fluggerät zusammen, stellte ihn neben den Rasenmäher in die Garage.
Für den Rest des Tages lagen keine weiteren Kletteraufträge an und so konnte ich mich dem Haushalt zuwenden. Es war an der Zeit, alles einmal durchzusaugen, Staub zu wischen und den Spülberg des Todes abzutragen. Mit vollem Eifer machte ich mich an die Erledigung dieser Aufgaben. Gegen Abend dann, nachdem ich mir auch noch die Zehennägel lackiert und die Zebrafische gefüttert hatte, machte ich es mir auf dem Sofa bequem und fing an, die angolanische Zitter zu zupfen. Meine Mutter hatte es mir beigebracht. Und so spielte ich gedankenverloren ein paar Stunden, nippte am Bier.
Das Leben ist schon sehr merkwürdig, dachte ich bei mir, so ein kleines, abgerissenes Ohr kann einen erwachsenen Menschen total aus der Fassung bringen. Anorak war ja eigentlich ein ganz netter Typ, irre, aber nett – doch er geriet immer in solch merkwürdige Geschichten und nun hatte er wirklich daran zu knappsen. Das sah man ihm richtig an. Und ich wusste nichts über seine Gründe. Aber auch egal. So wichtig war es mir nun wieder auch nicht.
Ich entspannte den Bogen und legte die Zitter zurück in die Kiste, sprach den Segen und verschloß sie. Zeit ins Bett zu gehen. Das Badezimmer war schön warm und die heiße Dusche tat nach der ganzen Entspannung gut. Zum Glück hatte ich mir einen kleinen Vorrat an Haarseife unterschiedlichster Art angelegt und so konnte ich frei wählen: diesmal eine Komposition aus Waldmeister, Avocadokern und Bonobosperma – ein Aroma, an das ich mich ersteinmal gewöhnen musste, was aber einen schönen Seidenglanz in meine feuerroten Haare brachte. Schlafanzug angezogen und ab ging es in die Heia. Für meine 66 Jahre brauchte ich erstaunlich viel Schlaf, meine Träume hatten noch einiges zu bieten, ich schlief zumeist schnell ein und erwachte erquickt. Diesmal war es aber anders. Kaum hatte ich das Licht gelöscht und war auf dem besten Weg ins Traumreich, hörte ich ein dezentes Räuspern, was mich dazu veranlasste die Nachttischlampe sofort wieder einzuschalten. Da sah ich es vor mir. Direkt an dem Fußende meines Bettes. Ein Mann mittleren Alters in einer Badehose, klatschnaß tropfte er mir den Teppich voll und hielt dabei etwas in der Hand, was ich nicht erkennen konnte. „Ich heiße Troben.“, sagte er zu mir.

Anorak hatte den ganzen Tag mit dem Ohr verbracht. Nach kurzer Betrachtung war es offensichtlich, daß es einem Androiden gehörte. Dazu musste man kein Fachmann sein. Aber für eine eingehende Analyse brauchte der Beauftragte des Ministeriums für Wasserangelegenheiten, als solchen empfand sich Anorak noch, aber mit einem kleinen Hauch Ungewissheit, mehr Zeit. Zwar waren alle notwendigen technischen Geräte in seinem Wagen, aber er brauchte noch ein paar Minuten, um zu seiner professionellen Ruhe zurückzufinden. Nachdem er ein paar winzige Kabel und einen Steuerungschip, Typ Weitlausch mit einem Frequenzgang einer Fledermaus, gefunden hatte, ging es bei Anorak voran. Er verglich die Seriennummer mit den Datenbanken des Herstellers, zu dem er sich mit seiner alten Agenten ID Zugang verschafft hatte, machte eine Hardcopy von einer Händleradresse, die zu einem Shop gehörte, deren Inhaber den Chip gekauft hatte. Danach schrieb Anorak dann ‚Kilroy was here‘ in einen neuen Datensatz in der Datenbank und ersetzte einige Produktbilder durch Reproduktionen alter Kupferstiche, die Beischlafpositionen darstellten. Dann beeilte er sich zu dieser Adresse zu fahren, was ein wenig dauerte, weil er in den Feierabendverkehr geriet.
Fuego Ramirez betrieb einen windigen Elektroersatzteilladen im Westend. Fuego war der Kontakt für alle Androiden-Tuner dieses Distrikts. Streng genommen war das Tuning von Androiden nicht illegal, solange man sie nur zuhause und auf Privatwegen nutzte, aber der Nervenkitzel für viele Tuner bestand darin, ihre Androiden in Wettkämpfen gegeneinander antreten zu lassen. In den verschiedenen Datennetzen gab es Wettbüros, wo man eine Stange Credits auf solche Turniere verwetten konnte. Zum Beispiel auf den Ausgang eines Brotbackwettbewerbes, wo aufgemotzte Haushaltsandroiden zu Höchstleistung gezwungen wurden. Oder Altenpflegemarathons, die in abgeschiedenen Seniorenheimen abgehalten wurden, deren Betreiber sich ein bisschen Taschengeld dazuverdienten. Ein grausamer Zeitvertrieb! „Hey Ramirez wem hast du diesen Gehörgang-Enhancer verkauft?“, schrie Anorak quer durch den Laden und warf das Beutelchen in Richtung Tresen, wo sich Fuego gerade mit einem Kunden über die Ergebnisse des letzten ‚Poetry Slams für 16 Core Prozessoren‘ austauschte. Scheinbar hatte ein griechisches Modell 18734 improvisierte Texte in 12 Minuten vorgetragen, was bei der Konkurrenz zu Elektrohirnversagen führte.
„Anorak, du altes Scheißhaus! Was gehen dich meine Geschäfte an?“
„Hör zu Ramirez, hier geht es um ein Verbrechen. Ich kann zwar nicht in die Einzelheiten gehen, aber es war wirklich schlimm!“
Fuego Ramirez grinste schief in die Runde. „Ich habe keine Ahnung, von was du da redest, Anorak…“, aber schon war Anorak zu ihm hin gesprungen, schnappte sich den Kopf von Ramirez und schlug ihn gegen den Tresen, so daß Kugelschreiber und Solartaschenrechner von der Bausparkasse einen Zentimeter hochhüpften. Dann riss er Fuego an den Haaren in die Höhe und große Tropfen Blut tropften aus der Nase des armen Tropfes. „Und ihr halb-legalen Umbauprofis geht jetzt nach Hause, dieser Laden ist für heute geschlossen!“, Anoraks Stimme überschlug sich. Er ließ den puertorikanischen Einwanderer dritter Klasse auf den Boden plumpsen.
„Pollo de Muerto! Was habe ich dir getan, Idiot?“
„Hier ist eine Verschwörung auf höchster Ebene im Gange und du hast daran mitgewirkt!“
„Ich? Niemals! Niemals würde ich sowas machen! Wer sagt das?“
„Es sind Roboter manipuliert worden Fuego, Roboter, die sich in der freien Wildbahn bewegten und ahnungslosen Agenten des Ministeriums für Wasserangelegenheiten falsche Tatsachen vorspiegelten!“, dramatisierte Anorak und fand sich glaubwürdig.
„Ah, du bist also reingelegt worden, Anorak!“, erkannte messerscharf Fuego Ramirez. „Und nun willst du wissen wer dich da gefickt hat, oder Hombré?“
„Ich habe niemals gesagt, daß es hier um mich geht“, schmollte Anorak, „aber mein Kollege muss unbedingt erfahren, wem du diesen Chip verkauft hast.“ „Affenarsch!“, Fuego rappelte sich auf und ging an seinen Computer.
Nach kurzer Betrachtung des Beutelchens mit dem Chip, tippte er etwas in seine Konsole ein und das Dampfwasser-Hologram projezierte eine Adresse mitsamt eines Kartenausschnittes. Alles in 3D und zum darumherumlaufen. Anorak richtete sein Handy auf die Projektion und kopierte die angezeigten Daten. „Falls das hier nicht funktioniert, gebe ich deine Adresse an die Angehörigen der Altenheimbewohner weiter und erzähle ihnen, wer für die modifizierten Pflegeroboter verantwortlich war!“

„Hey Mann, das ist die reine Wahrheit, bei Maria und dem verfickten Jesuskind!“

Der purpurne Mülleimer – Anoraks erster Fall – Teil 4

Salomon Zwitschermann fühlte sich erleichtert. Er hatte das Geheimnis offenbart und wartete auf eine Reaktion. Anorak schaute ihn entgeistert an. Dann entgeisterter und schließlich von jeglichen Geistern, vergangenen, gegenwärtigen und allen, die vielleicht in der Zukunft aufgetreten wären, beraubt. „Was soll diese Scheiße?“, spuckte er heraus, „Irgendwelche verdammten Indios besitzen einen roten Mülleimer und sind permanent so besoffen, daß sie glauben, der wäre ihr Glückseimer?“ „Du meintest bestimmt Eskimos und das wäre auch ein herabsetzendes Wort für diese Ureinwohner. Richtiger wäre hier Inuit. Und was den purpurnen Mülleimer angeht: er ist zum einen purpur und nicht rot und zum anderen sind die Wunder, die er vollbringt belegt. Jeder seiner Besitzer hatte unglaubliche Glückssträhnen und sobald sie ihn verloren, war es in der Regel um sie geschehen.“ „Was heißt hier ‚in der Regel‘?“ „Naja, die meisten waren dann tot, es gab aber auch andere, die dem Wahnsinn verfielen oder verstümmelt wurden. Die Kunst besteht halt darin, den Eimer zu erlangen und nicht wieder abzugeben!“
Anorak war nicht interessiert. „Höre Salomon – selbst ein Blinder mit Krückstock sieht hier doch eindeutig, daß das Ding einen eigenen Willen hat und darüberhinaus verflucht ist. Wenn du dem Ding, wie deine Brüder, nachjagen willst, dann nur zu. Hauptsache wir vergessen diese blöde Sache mit deiner Schwester, die ich die Klippe runtergeworfen habe.“ „Es war nicht meine Schwester,“, Salomon erhob sich und ging in Richtung Ausgang, „denn die ist ja schon seit Jahren tot.“ Anorak folgte ihm gemessenen Schrittes nach draußen, während Salomon sich aufs Motorrad schwang. „Ich fahre jetzt los und werde reich und berühmt. Aber du solltest dir mal Gedanken machen, wer die Tussi war, mit der du da unterwegs warst.“ Dann ließ er den Motor an, drehte am Gasgriff und rauschte davon. Anorak winkte zum Abschied. Das Licht erlosch in seiner geheimen Folterburg, er ging hinaus, schloß die Flügeltüren aus massiver Eiche hinter sich ab und schaute, an sein Auto gelehnt, den Sonnenuntergang an. Niemand hat eine schönere Folterburg, als ich, dachte Anorak, und im blauen Licht der Sonne ist sie einfach am geilsten.
Zurück in der Stadt setzte er sich hinter seinen Schreibtisch und versuchte einen klaren Kopf zu bekommen. Vor sich ein Eimer mit Eiswasser, in den er, zwischen seinen unfertigen Gedanken, seinen Kopf eintauchte. Was war geschehen? Da kam diese gutaussehende Blondine in sein Büro gestiefelt und machte sich an ihn ran, sagte immer wieder wie sehr sie seine Coolheit und die Cowboystiefel bewunderte, die Anorak stets trug. Sie gab sich als Susanne aus und wollte unbedingt seine Stiefel lecken, aber Anorak lehnte ab und ging stattdessen mit ihr Essen, empfand sie aber schnell als ein bisschen nervig und von daher bestellte er nichts für sie und gab ihr auch keinen Happen ab. Sie hätte sich ja was kaufen können – hat sie aber nicht gemacht. Selber schuld.

Ich muss mir die Leiche von dieser falschen Zwitschermann ansehen, dachte Anorak. Oder das von ihr übrig geblieben ist. Dann nahm er seinen Kopf wieder aus dem Eiswasser. Er suchte nun in seinem Notizbuch herum und fuhr mit dem Finger die Zeilen entlang, denn das Lesen bereitete ihm noch Schwierigkeiten. „Gaaablaaaannnnn Beeeennnn, Geeeeeellllllllldddeiiiiiiiinnnnntreeeeeiiiiber.“ Das war der Falsche. Gablan Ben war zwar ein äußerst guter Geldeintreiber, aber für den Job, den Anorak plante, sicherlich der Falsche. Der Zeiger seiner Bürouhr schritt unaufhaltsam voran und Anorak musste von Zeit zu Zeit einen Schluck aus dem Eiswasserkübel nehmen, um seinen Mund zu befeuchten, der nach den Leseversuchen so trocken und klebrig wurde, daß sich seine Zunge wie ein Waschlappen mit Holzleim Topping anfühlte.
Nach ein paar Stunden endlich war er bei Stagnatia Praetorianer angekommen, die ihres Zeichens Industriekletterin und Seilkünstlerin war. Genau die richtige Person, um ihm bei der Bergung möglicher Leichenteile zur Seite zu stehen. Sie hatte eine hexadezimale Telefonnummer, weil sie nicht so gerne angerufen werden wollte. Vielmehr musste man aktiv nach ihr suchen, was wiederum nicht so einfach war. Denn wenn sie einen Auftrag auszuführen hatte, hinterließ sie eine Nachricht in ihrer Lieblingskneipe. Oder sie war selber dort, aber dann hatte sie gerade keinen Job und trainierte auch nicht. Möglicherweise war sie auch in ihrem Trainingslager anzutreffen. Ein großer Schornstein, 167m hoch, der zu einer alten Mäusespeckfabrik gehörte. Und wenn man von ihr etwas wollte, musste man entweder die Strickleiter, die an dem Schornstein hing, hochsteigen oder geduldig warten, bis sie wieder unten war. Oder es hing eine Nachricht da oben, daß sie gerade einen Auftrag hat oder in ihrer Lieblingskneipe sitzt. Vollends schwierig wurde es, wenn sie zu ihren Eltern aufs Land fuhr. Da hatte dann keiner mehr eine Ahnung von irgendwas, was bei ihren Eltern auch zu der Annahme führte, daß ihre Tochter sie zu selten besuchte.

Anorak wählte die Telefonnummer und verabredete sich mit Stagnatia für den nächsten Morgen am Kliff. Einer Eingebung folgend machte er sich ein paar Brote, packte sich eine Thermoskanne mit Glühwein ein und fuhr jetzt schon los, mitten in der Nacht. Vielleicht könnte er ja noch einen Hinweis finden oder Zwiesprache mit dem Geist der falschen Susanne halten.
Stagnatia schlug ihm fast die Seitenscheibe ein. Anorak hatte verschlafen. „Anorak, du alter Nougatmann! Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit, weil du mir nur 33 Credits gegeben hast. Entweder jetzt oder nie!“ Anorak beeilte sich, aus dem Wagen herauszukommen. Leicht benommen taumelte er zur Leitplanke, hinter welcher der Abgrund gähnte. „Stagnatia, meine Liebe – hier bitte ich dich, hinabzusteigen und eventuelle Bröckchen mit dem Plastikbeutelchen aufzusammeln.“ Die Klettererin zurrte ihre Seile fest und begann mit dem Abstieg.

Als ich mich über die Leitplanke schwang, wußte ich, daß mir dieser ganze Scheiß bald leidtun würde. Anorak war offensichtlich ein Verrückter ohne Geld, dafür aber mit einer Mission; aber einer Geheimen, denn keiner in der Stadt wußte, was das für eine Mission gewesen sein soll. Macht nichts, dachte ich, stieg hinunter und wartete auf Anweisungen aus dem Kommunikationsgerät. Anorak schickte mich bald hier hin, bald dort hin, ich jedoch konnte keine Leichenteile entdecken. Einzig der übliche Plastikmüll der Ozeane schwappte an die Felsen, verkeilte sich in den Ritzen und schon bald würde das ein oder andere Tier daran nagen und mit der Illusion eines vollen Bauches verhungern. So weit, so alltäglich. Anorak hingegen wurde immer hysterischer. Ich solle besser hinsehen, mehr Initiative zeigen, es gelte ein Verbrechen zu klären und so weiter. Um des lieben Frieden willens schaltete ich die Lampen ein, die an meinem Helm montiert waren und wedelte mit meinem Laserpointer herum – das sah super high-tech mäßig aus, hatte aber keinerlei Auswirkungen auf das Suchergebnis. Meine Zeit war um, ich stieg wieder hinauf, während Anorak mich anflehte weiter zu machen. Dankend lehnte ich ab und kraxelte weiter nach oben, machte dann aber den alles entscheidenden Fehler: an einem kleinen, spitzen Felsvorsprung, drei Meter über dem Meeresspiegel, hing etwas, daß zuerst wie ein Blatt aussah. Nur die Farbe des Blattes war ungewöhnlich. Ich bewegte mich darauf zu und dann war das Blatt auf einmal ein Ohr. Mit meiner rechten Hand zupfte ich das Ohr von dem Felsen und bemerkte sofort, daß es aus Kunststoff war. Tasche auf, Ohr rein, Tasche zu. Wenn das jenes Ohr von Anoraks Date gewesen sein sollte, dann hatte er eine Verabredung mit einer Gummipuppe. Soll ja vorkommen und ist ganz natürlich. Bei so Kandidaten wie Anorak. Wieder oben angekommen, überreichte ich meinen Fund Anorak, der das Beutelchen entgegennahm. Es dauerte eine Zeit lang, meine Ausrüstung zusammenzupacken und dabei beobachtete ich einen fassungslosen Anorak, der scheinbar mit sich selbst oder in das Ohr redete. Mit meinen gepackten Taschen setzte ich mich auf den Teppich, rief ich ihm noch ein „Ich bin jetzt mal weg!“ zu, aber er winkte nur, ohne seinen Blick von dem Beutel zu nehmen. Dann hob ich ab und flog nach Hause.

Der purpurne Mülleimer – Anoraks erster Fall – Teil 3

Aurora und Hope saßen fest. Es war bitterkalt und nichts ging mehr. Weder vor noch zurück. Die Männer waren verzweifelt, als sie ihre Ausrüstung und ihren Proviant aus den Schiffen holten. Soweit das Auge reichte, war das Meer zugefroren und sie konnten sich nicht vorstellen, daß sie jemals lebend aus dieser Situation herauskommen und zurück bei ihren Lieben sein würden, alt werden und ihren Kindern und Enkeln von dieser wundersamen Welt erzählen. Nur Commander Aldridge, dritter Earl von Sumpton, bewahrte Ruhe, organisierte die Logistik und führte seine Männer schließlich zum Winterlager, 133km weit entfernt von dem Platz, wo ihre beiden Forschungsschiffe langsam vom Eis zermalmt wurden. „Wir werden dem arktischen Winter trotzen, wir werden hier zivilisiert überleben, wir werden auch in dieser Situation stolz das Empire vertreten und darüberhinaus Tee trinken. Pünktlich um 17 Uhr!“ Die Mannschaft jubelte ob dieser mitreißenden Worte und schöpfte frischen Mut. Vier Monate später saßen zwei vom Skorbut ausgemerkelte Gestalten vor der Überwinterungshütte und weinten bittere Tränen. Sie mußten mitansehen, wie ihre Kameraden starben, sie mußten zuerst die Hunde und dann Teile der Toten essen und jetzt, da nahezu alle Vorräte verbraucht waren, schrieben sie Abschiedsbriefe und betranken sich mit der letzten Flasche Rum. Nach ein paar Stunden sackte der eine der beiden in sich zusammen und starb. Der letzte Überlebende schaute auf in den glasklaren Himmel und legte sich dann neben seinen Kameraden und schloß seine Augen. Eine tiefe Stille umfing sein Herz, eine Ruhe, die ihn sanft hinüber ins Totenreich bringen sollte. „Entschuldigen sie bitte mein Herr, was machen Sie hier?“ Lars Larssen, der Koch der Expedition, schlug seine Augen wieder auf und er sah das durch eine dichte Fellkapuze bewährte Gesicht eines nordischen Ureinwohners. „Ich“, brachte er schwach hervor, „werde sterben.“ Dann schwanden ihm die Sinne.

Der Geruch von Robbentran, der mit Yante-Wurzeln vermischt wurde, ist einmalig. Er pendelt irgendwo zwischen Durianfrucht und einer verwesenden Leiche. Wenn man das zusammen mit heißen Wasser serviert bekommt, dann kann hier nur ein Schamane am Werk sein, jemand der sich damit auskennt, halb erfrorenen Männern die Seele zurück in ihre Körper zu prügeln. Tanpuk Sökök war so ein weiser Mann. Und Lars Larssen hatte unglaubliches Glück gehabt, daß Tanpuk auf der Jagd gewesen war, als er an der Hütte der bekloppten Weißen vorbeikam, die er in den letzten Monaten immer mal wieder aus der Ferne beobachtet hatte. Eigentlich verfolgte er nur eine Fährte, aber statt des Eisbärs, den er eigentlich erlegen wollte, fand er diesen verrückten Sterbenden vor und er beschloß ihn zu retten. Einen konnte er retten. Wenn er vor zwei Monaten beschlossen hätte hier hin zu kommen, um die übriggebliebenden Männer zu retten, dann wären sie alle gestorben – denn soviele Vorräte hatte er nicht. Nach einigen Tagen kam Lars wieder zu Kräften. Zuerst hielt er Tanpuk und seine Behausung für eine himmlische Erscheinung, aber spätestens als Tanpuk ihm aus Versehen den Yante Tee über die Brust goß, akzeptierte Larssen die Realität: er war gerettet. „Lieber Herr Sökök, wie kann ich Ihnen nur für ihren Akt der Nächstenliebe danken?“ „Nun, ich hätte das so ein Anliegen. Sehen sie, ich bin nicht mehr der Jüngste und meine Kräfte schwinden. Aber ich habe hier einen Auftrag zu erfüllen: meine Leute haben mich ausgesandt, damit ich den großen, weißen Eisbär erlege.“ „Ja, das klingt wirklich nach einer wichtigen Aufgabe. Bestimmt ist sein Fleisch und sein Fell wichtig, damit euer Volk den harten Winter überleben kann.“ „Nein, so ist es nicht“, sagte Tanpuk, „meine Leute haben genug zu essen und leben in Holzhütten mit Bolleröfen. Wir verkaufen unsere Felle und bekommen dafür von den dänischen Händlern alles, was wir so zum Leben brauchen. Manchmal sogar Gemüse aus fernen Ländern. Die nennen das Gemüse Paprika und ich mag es ziemlich gerne!“ Lars nickte mit dem Kopf. „Der Grund warum ich den weißen Riesen jage, ist der: in einer schönen Polarnacht, als wir alle selig in unseren warmen Betten lagen, an unsere Frauen geschmiegt und von innen gewärmt vom Wasser des Lebens, kam dieser Bär in unsere Siedlung. Er tappste geradewegs in das Haus unseres Vorstehers und noch bevor dieser hätte aufwachen und zu seinem Gewehr greifen können, fraß er ihn und seine Frau. Aber damit nicht genug – er fraß auch alle Vorräte des Vorstehers inklusive der Paprikas. Und darauf nahm er uns unseren heiligen Fetisch. Rücksichtslos wie er war, fraß er ihn einfach auf. Nun ruht er im Magen dieser Bestie und wir befürchten, daß uns unser Glück verlassen könnte, die Hütten zusammenbrechen, die Frauen mit den Dänen abhauen und wir niemals wieder eine Paprika zu Gesicht bekommen. Von daher muss ich unseren Glücksfetisch wieder zurückbringen!“ „Aber warum ihr? Seid ihr nicht so eine Art Doktor? Gibt es nicht junge, mutige Jäger, die das übernehmen könnten?“ Für eine Weile konnte man nur das Heulen des Windes hören, der draußen vor dem Zelt ziellos umher wehte. Dann erhob Tanpuk wieder seine Stimme: „Wir haben Strohhalme gezogen.“ „Das tut mir leid.“, sagte Lars Larssen und er meinte es auch so, denn zu oft hatte auch er in seinem Leben den Kürzeren gezogen. „Ich glaube, du kannst mir helfen, den Eisbären zu fangen. Du bist ein starker, junger Mann und du schuldest mir eine Kleinigkeit dafür, daß ich dich gerettet habe.“ Lars nickte mit dem Kopf. Tanpuk fuhr fort: „Leg dich jetzt hin, finde Ruhe und zu deinen Kräften zurück und in ein paar Stunden werden wir aufbrechen und das Tier zur Strecke bringen. Dann schlitzen wir ihm seinen Bauch auf, holen unsern Glücksfetisch und vielleicht ne Flasche Aquavit heraus, bringen alles nach Hause und dort machst du uns dann einen leckeren Gulasch aus dem Schlingel.“ „Ok, abgemacht. So wollen wir es halten!“

Am nächsten Morgen machten sich die beiden auf den Weg, sein Hundeschlitten flog über die weiße Landschaft. Mit zusammgekniffenen Augen suchte Tanpuk nach Spuren. Er konnte die ungefähre Route eines Eisbärens vorraussagen, indem er die Beschaffenheit des Schnees und die Windrichtung miteinander in Verbindung setzte und seine Hunde, beziehungsweise ihre Nasen erledigten den Rest. Der Smutje der Aurora verstand nichts von alledem. In seinen Gedanken ging er ein paar Rezepte für Wildgulasch durch und hoffte, daß man sie auf Eisbären übertragen konnte. „Tschhh!“, zischte Tanpuk auf einmal. Lars dachte, daß er ja gar nichts gesagt hatte, aber Tanpuk ermahnte ihn „der Bär kann auch deine Gedanken lesen. Und wenn er merkt, daß du über Eisbärengulasch nachdenkst, dann findet er das bestimmt nicht gut. Lars war verblüfft, aber er hatte nicht genügend Zeit, sich um seine Verblüffung zu kümmern, denn schon hielt Tanpuk den Schlitten an und drückte ihm eine Flinte in die Hand. „Wir müssen ihn in die Zange nehmen. Ich fühle, daß er nicht weit entfernt ist und versucht unsere Gedanken wahrzunehmen. Du gehst rechts 500 Schritte und ich links. Dann rücken wir vorsichtig nach vorne vor und schießen von beiden Seiten auf mein Kommando. So geschah es dann auch. Sie waren beide in Position und sahen schemenhaft die Gestalt des Tieres. Es hob sich kaum vom Rest ab, so gut war es getarnt. Beide legten an und nachdem Tanpuk den Ruf der Polarhasen erschallen ließ, feuerten sie. Aber sie trafen nicht. Der Bär war nun gewarnt, aber er flüchtete nicht. Vielmehr lief er jetzt auf Tanpuk zu. Lars versuchte schnell zu seinem Retter zu kommen, um diesen vor dem Bär zu retten. Tanpuk schoß mehrfach in die Richtung des nahenden Eisbären, traf ihn auch, aber nicht tödlich. Dann schmiss sich der König des Nordpols auf den Schamanen und zerfleischte ihn. Noch während Lars auf ihn zulief, feuerte er alle seine Patronen auf den Bären ab und die letzte schließlich durchschlug den Kopf des Tieres, so daß es tot zusammenbrach. Lars war außer sich und schrie in die Weite des ewigen Eises seine Wut und Trauer. Er, der gerettet worden war, konnte seinen Retter nicht retten. Nachdem er lange genug die Fäuste gen Himmel gereckt hatte, wandte er sich seiner Aufgabe zu, denn er wußte, daß nun er derjenige war, der den Bären ins Dorf zurückbringen mußte. So holte er den Schlitten, zerlegte den Eisbären, verstaute alles, was er in seinem Magen fand zusammen mit dem Fleisch auf dem Schlitten und vertraute darauf, daß die treuen Hunde ihn zur Heimat von Tanpuk zurückführten. Und so geschah es auch. In einer feierlichen Zeremonie gedachte man Tanpuk, aß gemeinschaftlich das Gulasch, welches wirklich sehr gut geworden war und stellte den Glücksfetisch wieder an seinen angestammten Platz.

Lars Larssen beschloß im Dorf zu bleiben und dort sein Leben zu verbringen. Er heiratete eine wunderbar weiche Frau, die zu den besten Jägern gehörte, er bereitete das Fleisch zu, welches ihm seine Frau brachte und er wunderte sich bis zu seinem Tod darüber, warum ausgerechnet ein purpurner Mülleimer der Glücksfetisch des Dorfes war.