Zwischen den Jahren

Gerade, das Hirn wieder einmal kurz vorm Austrocknen, vielleicht liegt es nur an der Heizungsluft, immerhin ist es kalt draußen, dort wo ein sinnvolles Leben möglich zu sein scheint (Hoffnung!), da hänge ich in der Luft. Zwischen zwei Zuständen, kommt nicht häufig bei mir vor – hier ist es arbeitendes Mitglied der Gesellschaft, dort ist es nutzloser Arbeitsloser, der den Bürgern auf der Tasche liegt.

Im Fegefeuer.

Nur ein paar Eingeweihte kennen meinen Status, ansonsten simuliere ich Normalität. Tun, als ob. Anfragen zu Meetings ablehnen, weil es klar ist, daß man ohnehin nicht mehr anwesend. Wo? Im akzeptierten Raum des gemeinsamen Leidens.

Die Inhalte gehen mir am Allerwertesten vorbei, niemand wird mich mehr beurteilen, nichts muß ich wissen, trotzdem sitze ich schreibend und klickend – die Sonne scheint draußen zu scheinen. Warten und den Formalientango tanzen. Schieben und ziehen. Unterschriften fehlen – aber dann! Die anderen aus der Herde dürfen es nicht erfahren, daß man ausschert, den Pfad verlässt, sich davonmacht, in die Ungewissheit, ins Abenteuer – Freiheit?

Womöglich würde es sie aufwühlen, diese kurzzeitige Demonstration der Ersetzbarkeit eines jeden Kollegen, obwohl doch so ein netter Kerl, hat bestimmt was Besseres gefunden. Das über ein paar Tage wäre zu deutlich. Vielleicht auch nicht. Verdrängung. Wird mir schon nichts passieren bis zur Rente. Muh!

Wenn ich noch länger hier so rumsitze, muß ich am Ende doch noch arbeiten.

Damals zu Neujahr

Durch ein dunkles Universum, irgendwo in einem trostlosen Sonnensystem fliegt ein Planet im Verbund mit ein paar Anderen herum, kreist um eine Sonne und hat einen kleinen grauen Mond im Schlepptau, der sowohl das sich auf dem Planeten befindliche Wasser, als auch die Laune so manch eines seiner Einwohner beeinflusst. Von außen betrachtet scheint es sich um eine ruhige, blaue Kugel zu handeln, auf welcher ebensolche geschoben wird. Doch die extraterrestrische Ruhe trügt. Alles auf ihm unterliegt einem Prinzip, welches die von den Affen abstammenden Bewohner als Evolution bezeichnen, was wiederum dazu führt, dass nichts von großer Dauer und alles permanent in Entwicklung ist. Tiere, die heutzutage fett und verstümmelt in Städten anzutreffen sind und die von den genervten Stadtaffen als fliegende Ratten bezeichnet werden, hatten vor nicht allzu langer Zeit weder Gefieder noch den Hang zum Brotkrumen aufpicken; dafür waren sie klauenbewehrt und um einiges größer und jederzeit auf der Lauer nach Beutefleisch. Harmlose Viren verändern sich zu todbringenden Krankheitsauslösern und zarte Pflänzlein mutieren zu Überlebenskünstlern mit spitzen Nadeln und der Fähigkeit jede Menge Wasser in sich zu speichern.

In dieser sehr flexiblen Umgebung sitze ich mal wieder herum, lasse meinen übergewichtigen Leib auf ca. 180 Stundenkilometer beschleunigen (zahle dafür nur 75% des regulären Tarifes), denke an alles und nichts und lasse dabei den Fingern mittels Tastatur ihren Tastschreibtrieb ausleben. Und tatsächlich habe ich mal einen dieser neugestalteten Züge erwischt, die wirklich eine Steckdose an jedem Platz bereithalten. Das freut den doch stark ausgelaugten Akku.

Es ist der erste Tag des neuen Jahres. Natürlich ist dieser Zeitpunkt komplett künstlich und erdacht und es könnte auch der 987zigste Tag des großen Glubberwutsch Kalenders sein, aber dort, wo ich herkomme, da hat man sich auf ein System geeinigt, welches diesen Zeitpunkt als den 1. Januar 2013 bezeichnet. Neujahr. Und nicht nur im All herrscht Dunkelheit, sondern zur Zeit auch hier, denn wir befinden gerade auf der Seite, die nicht von der oben erwähnten Sonne angestrahlt wird.

Fand ich gut

Kurzmitteilung

In der Annahme, daß es noch etwas zu retten und deswegen zu sagen gibt, spiegelt sich die Hoffnung des Säufers auf einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit einer gutaussehenden Frau, die noch nüchtern und bei Trost ist.