Zwischen den Jahren

Gerade, das Hirn wieder einmal kurz vorm Austrocknen, vielleicht liegt es nur an der Heizungsluft, immerhin ist es kalt draußen, dort wo ein sinnvolles Leben möglich zu sein scheint (Hoffnung!), da hänge ich in der Luft. Zwischen zwei Zuständen, kommt nicht häufig bei mir vor – hier ist es arbeitendes Mitglied der Gesellschaft, dort ist es nutzloser Arbeitsloser, der den Bürgern auf der Tasche liegt.

Im Fegefeuer.

Nur ein paar Eingeweihte kennen meinen Status, ansonsten simuliere ich Normalität. Tun, als ob. Anfragen zu Meetings ablehnen, weil es klar ist, daß man ohnehin nicht mehr anwesend. Wo? Im akzeptierten Raum des gemeinsamen Leidens.

Die Inhalte gehen mir am Allerwertesten vorbei, niemand wird mich mehr beurteilen, nichts muß ich wissen, trotzdem sitze ich schreibend und klickend – die Sonne scheint draußen zu scheinen. Warten und den Formalientango tanzen. Schieben und ziehen. Unterschriften fehlen – aber dann! Die anderen aus der Herde dürfen es nicht erfahren, daß man ausschert, den Pfad verlässt, sich davonmacht, in die Ungewissheit, ins Abenteuer – Freiheit?

Womöglich würde es sie aufwühlen, diese kurzzeitige Demonstration der Ersetzbarkeit eines jeden Kollegen, obwohl doch so ein netter Kerl, hat bestimmt was Besseres gefunden. Das über ein paar Tage wäre zu deutlich. Vielleicht auch nicht. Verdrängung. Wird mir schon nichts passieren bis zur Rente. Muh!

Wenn ich noch länger hier so rumsitze, muß ich am Ende doch noch arbeiten.

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